E-learning

E-Learning an der Auguste Cornelius

Seit sechs Wochen sind nun die Schulen geschlossen und in dieser Zeit hat sich an der IGS Auguste Cornelius eine Menge getan. 

Erste Schritte: Aufgaben bereitstellen über die Cloud 

Zu Beginn der Schulschließung haben wir eine schuleigene Cloud in Kooperation mit SchülerInnen und LehrerInnen der Schule aufgebaut. In dieser Cloud wurden Arbeitsaufträge für jede Klasse als Wochenpläne hinterlegt. Hiermit konnten wir schnell ein niedrigschwelliges System aufbauen, das für SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen einfach zu bedienen war. Denjenigen SchülerInnen, denen kein digitales Endgerät zur Verfügung stand, wurden die Aufgaben postalisch zugeschickt. So stellten wir sicher, dass allen SchülerInnen ein Unterrichts- und Lernangebot gemacht werden konnte. Die bearbeiteten Aufgaben wurden den LehrerInnen je nach Absprache auf vielfältigen Kommunikationskanälen zurückgesendet. 

Mathe mit WebCam und Christoph Holtwiesche


Manche KollegInnen haben angefangen weitere Möglichkeiten zu nutzen, um so mit den Schülerinnen und Schüler in Kontak zu treten. Hier zum Beispiel mit der App  WebCam (auf iPhone). Beim Start wird eine IP-Nummer des Netzes (WLAN) in welchem man sich befindet erzeugt. In einem Browser kann nun diese IP direkt eingegeben werden und schon ist das Handybild auf dem Rechner.

Distanzlernen weiterentwickeln: Umstellung auf moodle

Als sich abzeichnete, dass die Schulschließung länger andauern würde, war klar, dass die Cloud keine Lösung für längere Zeiträume darstellt. Eindeutige Kommunikation und Interaktion in einem sicheren virtuellen Raum ist nötig, um unserem Anspruch an guten Unterricht gerecht zu werden. Zudem war in der Zwischenzeit die Lernplattform moodle des Landes Rheinland-Pfalz so erweitert worden, dass sie trotz der massiv gesteigerten Nutzung aufgrund der Schulschließung nun stabil läuft und wir sie als Schule tatsächlich einsetzen können. Moodle ermöglicht uns den Aufbau virtueller “Klassen- und Fachräume”, über die homeschooling in der Qualität gesteigert werden kann. Es war ein mutiger Plan, denn bisher nutzten wir moodle vor allem für organisatorische Zwecke im “virtuellen Lehrerzimmer”. Nur wenige KollegInnen verwenden moodle schon seit einigen Jahren auch in ihrem Unterricht. Dies war und bleibt auch kaum möglich, aufgrund der zu geringen Geschwindigkeit des W-Lan Netzes an unserer Schule und der wenigen mobilen Endgeräte, auf die wir zurückgreifen können. Hier fiebern wir sehr der Konkretisierung des Digitalpaktes entgegen, der uns helfen könnte unsere Schule so aufzurüsten, dass wir modernen Unterrichtsansprüchen gerecht werden können.

Die Schulgemeinschaft fit machen für moodle

Und wir haben es tatsächlich geschafft, dank der unermüdlichen und wirklich beeindruckenden Arbeit des Kollegiums und der Unterstützung der Eltern: Die erste Hürde, die Registrierung von 856 Schülerinnen und Schülern, ist genommen. Hierfür wurden Videotutorials zur Anleitung auf der Homepage zur Verfügung gestellt und über einen Elternbrief informiert. Es war ein längerer Prozess, denn immer wieder gab es Unklarheiten oder Schwierigkeiten, bevor die SchülerInnen endlich Zugang zum System und ihren Kursen erhalten haben. An dieser Stelle danken wir allen TutorInnen, die hierbei eine hervorragende Arbeit geleistet haben. So konnten wir alle bereits bei diesem ersten Schritt jede Menge Medienkompetenz erwerben. 

Die zweite Hürde bestand in der Schulung des Kollegiums, denn für fast alle war moodle ebenfalls “Neuland”. Hierzu haben wir Anleitungen und Beispiel-moodle-Kurse zum Selbstlernen für Lehrkräfte erstellt, Videokonferenzen als Online-Fortbildung angeboten und unzählige telefonische oder Face-to-Face Beratungen durchgeführt - letztere natürlich immer mit dem vorgeschriebenen Abstand. Jede Stufe kann nun auf einen oder mehrere MultiplikatorInnen zurückgreifen, die zusätzlich jeder Lehrkraft beim Aufbau ihrer moodle-Kurse helfen.
Eine extra eingerichtete Service-E-Mail Adresse erlaubt Rückfragen von Eltern und SchülerInnen zu moodle. Diese vielfältigen Anfragen werden dann zeitnah innerhalb von 24 Stunden beantwortet, sodass alle Personen der Schulgemeinschaft einen zügigen Weg zu moodle fanden. 

Digitales Lernen unterstützen und begleiten

Das Problem, dass zunächst nicht alle SchülerInnen auf ein digitales Endgerät zurückgreifen konnten, wurde konzeptionell in den Osterferien gelöst, sodass es kurz danach mit der Ausleihe entsprechender Geräte losgehen konnte. Hierzu haben wir Notebooks, die die Schule als Spende erhalten hatte, mit Software und nötigen Erweiterungen wie Mäusen und Laptoptaschen ausgestattet. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die Firmen, die uns hierbei großzügig unterstützt haben. Darüber hinaus wurden uns Tablets des Pädagogischen Landesinstituts Rheinland-Pfalz sowie des Studienseminarsr für das Lehramt an Grundschulen in Mainz zur Verfügung gestellt, die wir weiter verleihen können. Auch hierfür ein großer Dank. Zuletzt wurden die schuleigenen Tablets umgerüstet und mit in den Verleih gebracht. Somit konnten wir die Ausleihe ohne organisatorische oder finanzielle Hürden zügig durchführen und an den individuellen Bedürfnissen der Familien orientieren. Damit der Zugriff auf die Lernplattform moodle für SchülerInnen möglich wird, die sich in der Notbetreuung befinden, haben wir mit dem gebührenden Sicherheitsabstand, diese Unterrichtsräume mit PCs des Computerraumes ausgestattet und neu verkabelt. Großen Dank dazu an die Fachschaft Informatik der Schule.
Um auch diejenigen SchülerInnen zu unterstützen, die trotz adäquater technischer Ausstattung Schwierigkeiten haben, sich in moodle zurechtzufinden und unsere Lernangebote zu nutzen, bieten wir fest terminierte Schulungen und Beratungsangebote vor Ort an - auch hier natürlich unter Einhaltung der gegenwärtigen Abstands- und Hygieneregeln. Auch in Coronazeiten gilt für uns das Prinzip, dass wir auf die ganz individuellen Bedarfe beim Lernen entsprechend individuell reagieren und helfen.

Kompetenzen entwickeln für das Lernen in der digitalen Welt

Jetzt haben wir es also geschafft. Wir arbeiten mit moodle und Videokonferenzsystemen, um unseren SchülerInnen täglich möglichst guten Unterricht auch aus der Entfernung zu bieten. Wir erkunden und erproben hierzu jeden Tag die Möglichkeiten des E-Learning mit großen Fortschritten, ganz nach dem Motto “weniger ist mehr” und “Fachinhalt und Pädagogik vor technischer Spielerei”. Der Lernzuwachs in den einzelnen Fächern gestaltet sich naturgemäß anders als im Präsenzunterricht. Im Vordergrund steht nun vielmehr das eigenverantwortliche Arbeiten der SchülerInnen, die wir nun als Lehrkräfte aus der Distanz begleiten. Dies stellt an sich schon einen erheblichen Lernzuwachs für uns alle dar. Darüber hinaus erwerben wir alle entscheidende Kompetenzen, digitale Medien kritisch und konstruktiv für das Lernen und Lehren zu nutzen, die uns auch nach der Zeit der Schulschließung zugute kommen werden. 

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Moodle (Modular object-oriented dynamic learning environment) wurde seit 1999 von Martin Dougiamas (Australien) entwickelt. Sein Grundgedanke war eine Mischform aus Präsenz- und Distanzlernen zu entwickeln, ausgehend von seiner Erfahrung in Australien, wo Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer abgelegenen Wohnsituation auf Fernunterricht angewiesen sind.